Honigtau - ein ganz besonderer Saft

Administrator (apidomain) on 03.13.2019

Honigtau macht Honig dunkel und flüssig

Bienen sammeln nicht nur Nektar aus Blüten sondern auch Honigtau. Aus beidem machen sie Honig.

Honigtautropfen an der Laus und auf dem Stängel. Anklicken zum Vergrößern!

Wenn wir von Honigtau sprechen, kommt von Kunden oft spontan die Aussage, "ach, das ist doch Läusekacke, oder?"

Völlig falsch ist das nicht, aber die ganze Wahrheit ist zum Glück viel schöner und zuckersüß!

Biene nimmt Honigtau von Blattoberfläche aufLäuse und einige andere Insekten ernähren sich vom Saft der Pflanzen und der enthält mehrere Zuckerarten, Vitamine, Mineralstoffe und vieles mehr.  Um an den Saft zu gelangen, stechen diese Insekten die Pflanzen mit ihren Mundwerkzeugen an. Bei uns sind es meistens Läuse. Diese zweigen nun die benötigten Nährstoffe aus dem Saft zur Verdauung ab. Weil aber viel mehr Nährstoffe im Saft enthalten sind, als die Laus verwerten kann, wird der Überschuss, vor allem der Zucker-, Mineralstoff- und Wasseranteil unverdaut oder nur teilweise verdaut und dafür angereichert mit Enzymen als Honigtau ausgeschieden.

Manche Insekten wie z.B. Ameisen nehmen den Honigtau direkt von den Läusen ab, sie melken die Läuse sogar regelrecht. Bienen sind schlauer. Sie lassen die Läuse in Ruhe ihren Honigtau z.B. auf die Blätter weiter unten abtropfen. Dort trocknet er ein, dabei steigt die relative Konzentration der Inhaltsstoffe, vor allem des Zuckers. Und damit ist er für Bienen viel wertvoller, sie tragen mit der selben Ladung viel mehr Zucker heim als die Ameisen.

Der Honigtau wird von den Bienen genau wie der Nektar, also der Zuckersaft der Blüten verwertet. D.h. er wird weiter getrocknet und mit körpereigenen Stoffen angereichert und auf diese Weise zu Honig veredelt. Aus Nektar und Honigtau wird also gleichermaßen Honig, jedoch mit sehr unterschiedlichem Geschmack und Aussehen.

Je mehr Honigtau desto dunkler der HonigIn den meisten Fällen gilt: Je mehr Honigtau in einem Honig enthalten ist, desto dunkler ist er und desto länger bleibt er flüssig. Der Grund dafür ist u.a. dass Honigtau viel mehr Fructose, Nektar dagegen viel mehr Glucose enthält.

Zu Beginn der Saison gibt es pflanzlichen Zuckersaft fast nur in Form von Nektar, je weiter die Saison fortschreitet, desto stärker vermehren sich die Honigtauerzeuger wie z.B. Läuse, während die Zahl der Blüten im Hochsommer eher abnimmt. Daher tragen die Bienen im Verlauf des Sommers immer öfter auch Honigtau statt nur Nektar ein. Und deshalb werden die Honige vom Frühling bis zum Hochsommer tendenziell immer dunkler und kristallisieren immer langsamer.

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